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Peter Paul Jacob Hodiamont
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Peter P. J. Hodiamont

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Alter Ego - Vorworte


Ihn zu charakterisieren heißt, eine weite Persönlichkeit zu umreißen. Ein wilder, zorniger "alter Mann" ist er,- voller Wut über Ungerechtigkeit, die Zerstörung der Erde, die Inhumanität der Ideologen und Dogmatisten. Und doch ist der Zorn nicht die unterste Seelenlage. Dort ist ein verletzlicher ( und verletzter ) Liebender zuhause, ein geheimer Franziskaner, der am liebsten Rhapsodien über die Schönheit der Schöpfung singen mochte und traurig darüber ist, wie schwer es einem heute damit gemacht wird. Ein Mann der Freundschaft ist er, einer, der am liebsten mit andern zusammen etwas anpackt. 1925 in Aachen geboren, der Vater war Holländer, die Mutter Deutsche, verkörpert er auch heute noch den Menschen auf der Grenze. Sein gastfreundliches Künstlerhaus im grenznahen belgischen Baelen-Membach hat weit die Türen geöffnet für alle Menschen, die sich für die engagierte Humanität seiner Kunst interessieren und auf diese oder jene Weise in dieselbe Richtung schauen. Den ( gerade wieder frisch preisgekrönten) Brunnenbauer gibt es da zu sehen, den Gestalter von Kirchenfenstern, den Maler, den Landschaftsgestalter und, und, und ...

Pour le caractériser, il faut circonscrire une grande personnalité. C'est un 'vieil' homme farouche, colérique, qui s'insurge contre l'injustice,la destruction de la terre,l'inhumanité des idéologues et des dogmatiques. Et pourtant la colère n'est pas le seuil inférieur de son âme. No,à ce niveau-là se situe l'homme fragile, aimant ( et même blessé ), le petit franciscain secret, qui préfèrait chanter des rapsodies sur la beauté de la création, et, qui est triste, lorsqu'il constate que cet épisode n'est pas toujours bien compris à l'heure actuelle. C'est un homme qui aime l'amitié, et qui ne reste pas inactif dans un groupe. Il est né en 1925 d'une mère allemande et d'un Père hollandais; il incarne le type d'homme habitant sur la frontière. Le portes de son atelier à Baelen-Membach sont grandes-ouvertes pour les visiteurs intéressés par l'humanité engagée de son art et qui oeuvrent dans le même sens. Peter Hodiamont réalise e.a. Des fontaines, des vitraux d'église, des peintures, des projets paysagistes ...

B. Meuser/Image/Alter Ego 1989



VORWORT MEINES FREUNDES Freddy DERWAHL

All diese Bilder, diese Augenblicke: das bedarf keiner Entschuldigung. Wer sich selbst nie schonte und seine Wunden, die selbstzugefügten und die vom Schicksal geschlagenen, so wissend, illusionslos trägt, sich immer noch daran reibt leidet, aber auch daraus schöpft, der mag uns getrost ,,von Angesicht zu Angesicht" entgegentreten. Da ist ja kein Allerweltsgesicht und auch nicht die Schminkfratze des Dandys, vielmehr ein Schmerzensmann, dem man das rheinisch-maasländische Genießerlächeln durchaus gönnt. Als hätte es nicht seinen Preis! Was immer er sich nahm, hat er doch kompromißlos erstritten, und selbst da, wo ihn in der Kunst und im Leben die tückische Süße heimsuchte, war er nie ein Neureicher irgendeines Glücks, sondern sein skeptischer Verwalter, der ja längst erfahren mußte und akzeptiert hat, daß uns alles zwischen den Händen zerrinnt und wir ganz leergefegt werden müssen, bevor Eigentliches möglich wird.

Der unverstellte Mensch lohnt immer den Anblick, er überläßt sich ja seiner Einmaligkeit, und es berührt bald die Bereiche des Abenteuerlichen, wenn da ein Maler kommt und sich so schonungslos befragt, daß man um die Ehrlichkeit der Antworten nicht verlegen sein muß. Wo da der Kopf ist, geht es gleich tief hinab in die Abgründe, die bisweilen auch Abstürze sind, Klüfte und Spalten, über die sich kein Feigling je beugte.

Deshalb eignen sich diese grausamen Studien auch nicht für das behagliche Schlendern und Vernissagen-Geschwätz. Diese Einsamkeit und Strenge fordern die Bereitschaft zum freien Fall in die Wüsten der Seele, wo der eisige Nordost weht und die Glut des Mittags schlägt. . Wer sich allerdings darauf einläßt, daß hier keine Unterhaltung stattfindet, sondern schwierige Gratwanderung, daß nicht sei selbstverliebt erzählt, sondern brutal abgerechnet wird, der bleibt nicht allein zurück.

Das ist ja die Stärke dieser Bilder, daß sie die Aufrichtigkeit der Schwäche offenbaren, daß sie nichts verbergen oder schicklich zurechtretuschieren, sondern nur das konsequent im Auge behalten, was der ,,Ernst des Lebens" hier und jetzt abforderte. Kein lebens-verachtender Ernst, keine Lebensferne, vielmehr jenes explosive Zwischenland von Liebe und Tod, Eros und Thanatos, das zugleich Faszinierende und Beängstigende, das "ganz andere" also.

Lebensnähe ist deshalb auch immer - noch so heikle - Gottesnähe, glühende, schmerzliche Sehnsucht, nie lockere Gewißheit.

So sehen wir im Grunde auch keine Köpfe; was uns da anblickt, anstarrt, anlächelt, augentief und faltenschwer, ist nichts anderes als Herz. ,,Geist in der Nähe des Blutes", wie es Guardini einmal erregend formuliert hat.

Wie trifft es auf ihn, den Künstler Peter Hodiamont, den wir so lieben!



Vorwort des Peter Hodiamont

Am Anfang steht immer die Angst vor der Unschuld des weißen Grundes, des Papiers, der Leinwand, die Verantwortung, den Raum zu füllen, mit dem manch anderer Besseres beginnen könnte. Könnte ich doch so frei und fließend schreiben, wie ich das Reden erlernte! Welche Abbildungen von sogenannten Selbstbildnissen wähle ich aus für diese bebilderte, geschriebene Mitteilung? Weit über 200 Portraits stehen in meinem Atelier. Und was sind "Selbstbildnisse"? Als ob meine Landschaften, die Schöpfungsbilder, die zahlreichen kritischen Grafiken nicht Bildnisse meiner selbst seien!

ALTER EGO habe ich das Buch genannt; das ANDERE ICH, in Text und Bild der Versuch eines Spiegelbildes, vielleicht eine Abrechnung mit mir selbst, erzwungen durch die Arbeit mit dieser Auslese, eine Entlarvung vor anderen. Es ist keine chronologische Aneinanderreihung über fünfzig Lebensjahre. In jedem Leben gibt es Abschnitte, Wichtigkeiten, die ineinandergreifen: Zäsuren kennen wir nur am Anfang und am Ende, mit Geburt und Tod. Thematisch geordneten Bildern setze ich Texte voran, die keine biographischen Anekdoten und Stationen enthalten als vielmehr Erkenntnisse und Erfahrungen, zu denen mir nicht unwesentlich, das "Selbst-Bild", die Kontrolle an mir selbst, verhalfen.

Sicherlich spielt beim Anblick solch einer Menge von Eigenbildern der den Künstlern häufig vorgeworfene Narzismus eine Rolle; sie ist Selbstkontrolle, Kritik. Den Spiegel als Instrument des Wohlgefallens benutze ich nicht einmal beim Haarekämmen. VANITAS, eitles Gerede, Prahlerei schaut aus dem Spiegel heraus und macht diese vergänglichen Züge durchscheinend auf das Unendliche, das Jenseitige. Darum geht es. Über meinem Ateliereingang steht als Supraport: "Alles Geschaffene endet wieder in Verderbnis". Das ist keine hoffnungslos negative Grundhaltung. Beim Eintritt in das Haus, beim Schauen in den Spiegel erkenne ich die Bemessenheit der uns geschenkten Zeit. Nur wer bei aller notwendigen Eigenliebe auch seine Grenzen erkennt, spürt den Schöpfungsauftrag, der zwischen Geburt und Tod gefordert ist und erfüllt werden muß. Wer 65 Jahre vollendet hat und von ihnen 50 Jahre die Welt und sich selbst als Künstler erlebt und beobachtet hat, sollte zugunsten seiner eigenen Standortbesichtigung und für seine Kinder und Freunde eine Malpause einlegen, innehalten und danken.
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