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Peter Paul Jacob Hodiamont
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Peter P. J. Hodiamont

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Alter Ego - Das Alter!


Man darf sich nicht drücken! Wer mit 65 solch eine Sammlung zusammenstellt und Texte dazu liefert, darf das ALTER nicht unerwähnt lassen.

Vor einigen Jahren machte ich in einer Geriatrie in Belgien eine Ausstellung mit dem Thema "Die Alten". 24 Portraits von herbstlichen Gesichtslandschaften stellte ich zusammen. Alle habe ich sie kennen gelernt und beobachtet wie einer, der in dem Reisekatalog seines baldigen Zieles blättert: die weisen, abgeklärten, erfahrenen, nachsichtigen, milden, friedlichen, freien, heiteren Alten beiderlei Geschlechtes: die eigensinnigen, launischen, lächerlichen, geizigen, lüsternen, mißtrauischen, verschlagenen, machtgierigen...

Ich kenne die 40 jährigen Greise, die aufgehört haben zu leben, die jungen 80jährigen und weiß, daß das Alter keine Krankheit ist. Wieviel sprühenden Geist und Mobilität und Vitalität habe ich in zerbrechlichen, von der Biomorphose gezeichneten Körpern angetroffen! Sie waren schon immer meine Freude und Hoffnung. Und dann gibt es die, welche nicht sterben können, des Lebens und des Sterbens müde geworden. Alles haben sie getan für ihre eigenen Kinder, die nun groß sind, für Haus und Hof und Garten mit einer Aufopferung, die ihnen einen guten Totenzettel beschert. Sie kokettieren mit dem Leben und dem Tod und wollen als im "besten" Alter Verstorbene gelten. Und sie wollen diesen zweifelhaften Nachruhm gegen sich selbst eintauschen. Als ob sie das wirklich wollten, die frommen Heuchler, und als ob ihr lieber Gott sich darauf einließe!

Ich lebe so gerne, und wenn es sein darf, noch lange! Doch war alles in mir und um mich so intensiv, daß ich dankbar bin, bis hierher gekommen zu sein.

Obwohl ich in der Kunst noch nicht das Wesentliche erreicht habe, wenn ich an Hokusai denke, der vor 150 Jahren gesagt hat: "Seit ich sechs Jahre alt bin, habe ich die Manie zu zeichnen gehabt. Gegen fünfzig Jahre hatte ich eine unendliche Menge von Zeichnungen veröffentlicht. Aber alles, was ich vor dem dreiundsiebzigsten Jahr geschaffen habe, ist nicht der Rede wert. Gegen das Alter von dreiundsiebzig Jahren ungefähr habe ich etwas von der wahren Natur der Tiere, der Kräuter, der Fische und der Insekten begriffen. Folglich werde ich mit achtzig Jahren nochmals Fortschritte gemacht haben; mit neunzig werde ich das Geheimnis der Dinge durchschauen, und wenn ich einhundertzehn zähle, wird alles von mir, sei es auch nur ein Strich oder ein Punkt " lebendig sein." Hokusei starb mit neunundachtzig. Welch eine Gnade!

Über fünfzig Jahre ehrliche Selbstbildnisse zu machen, ist sicher ein Weg der Selbsterkenntnis. Freunde jedoch sind häufig die objektiveren Spiegel.

WIE WIRD MAN VON ANDEREN GESEHEN, angesehen und dargestellt? Da sind die Malersöhne und Enkelkinder und Schüler, ein amerikanischer Freund und ein englischer Straßenmaler, ein Freund der Studienjahre an der Akademie. Das Bildnis von mir war die letzte Arbeit seines kurzen Lebens. Man sollte auf die aufrichtigen Ansichten und Beurteilungen guter Freunde hören.



Peter P. J. Hodiamont
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