zurück zur Startseite » Fondation · Stiftung · Stichting
Peter Paul Jacob Hodiamont
Startseite

Peter P. J. Hodiamont

Arbeiten

Selbstbildnisse
Malerei
Skulpturen
Glas & Mosaik
Religiöse Themen
Holzschnitte
Alter Ego

Vorworte
Familie
Jugend
Studium & Heimat
Narzismus
Religion
Tod & Krankheit
Eros
Arbeit der Kunst
Sonne & Katzen
Baum
Pfeife
Mensch & Umgebung
Alter

Größere Arbeiten

Atelier

Stiftung

Shop

Kontakt

Impressum

Datenschutz



Alter Ego - Der Baum


Wer die Schöpfung liebt, die Sonne, den Mond und das Firmament, ist ein BAUM: aufrecht stehend, mit ausgebreiteten Armen, voller Frühling, Sommer, Herbst und Winter, durch und durch lebendig. Seine Kraft hat er von allen vier Elementen: mit der Wurzel lebt er in der Erde, das Wasser spendet der Himmel, seine Krone ragt in Sonnenlicht und Luft. Sein Stamm ist Verbindung zwischen dem Oben und dem Unten. Er besitzt die Fähigkeit des Stillstehens und die der Bewegung. Er wächst nach oben und in die Tiefe. An ihm übte der Schöpfer, ehe er den Menschen schuf.

Wie oft war mir der Baum, der in vorchristlicher und christlicher Mythologie eine wesentliche Rolle spielt, Vorbild und Symbol für Leben, Tod, Auferstehung und Hoffnung. Längst, bevor Ökologen und Parteien die Vergewaltigung dieses großen Dulders erkannten, rief ich in meiner Kunst zu seinem Schutze auf.

Die liebsten Bäume waren mir immer schon die, welche sich ihres Lebens erwehren mußten, die gegen Widerstände ihrer Umgebung die Sonne erreichen, wie auch die Menschen dieser Lebensart von bester Natur sind.

Vielleicht war er, der Baum, für mich der Heimatbegriff: der Fliederbaum der Mutter auf dem Pflasterhof meiner Kindheit, die Erlen, Ulmen und Kopfweiden des Münsterlandes meiner Klosterjahre, die Zweige des Birnbaumes, an deren Veränderung ich den Ablauf der Jahreszeiten erlebte, im Bett der kargen Studentenbude der Großstadt liegend. Ein winziges Stechfenster in dem Dachzimmer erlaubte nur einen kleinen Ausschnitt. Oder die 200 Jahre alten Linden mit dem Wegekreuz vor meinem Atelierhaus, die uralten Olivenbäume der Provence und die "Allee des pins" in Fontvieille vor unserem Haus.

Sie vereinen meine Kinderträume, den Sturm und die Leidenschaft der Jugend, die Reife des Erwachsenen und die Besinnlichkeit des Alters. Welch ein Gedanke, daß sie vor mir waren und nachher noch sein werden! Gibt es Gott Ähnlicheres als dieser zeitliche und sinnliche Hauch von Ewigkeit!

Was ist vorbildlicher als der Baum: die Fähigkeit des Schweigens und das Maß des Redens, die Tugend des Erduldens und die Kraft des Sich-Wehrens, das Beginnen und das Vollenden!

Er läßt mich nicht mehr los, wie das Wort der HI. Schrift.


drucken|empfehlen|Seitenanfang