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Peter Paul Jacob Hodiamont
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Alter Ego - Die Religion


Mein willigster, langmütigster, duldsamster und barmherzigster Gesprächspartner ist Gott. Die RELIGION, in der man mich in meiner Jugend mit Katechismusfragen, Einpaukendes Dekalogs, Angst Verbreiten, mit Sühne und Buße, mit erhobenem Zeigefinger und ständigem Schuldgefühl krank machte, ist mir Hoffnung und Erlösung geworden.

Es war ein langer Weg vom gehorsamen, fügsamen Klosterschüler bis zum Obrigkeitenbeschimpfer anarchisch-christlicher Prägung. Alles habe ich wahrgenommen und gesammelt in der vorher beschriebenen Jugendzeit: Einige untaugliche, geradezu gefährliche Päpste, die Christus ( nach Matth. 23) aus dem Tempel gejagt hätte, habe ich erlebt; gute Hirten (Pastöre) und einen Johannes XIII.

Ich kann unterscheiden zwischen einer Amtskirche und einer Kirche aus Männern und Frauen durch die ich Christ geworden und geblieben bin. Ich traue nicht dem anrüchigen, gnadenlosen, diesem wahrlich anstößigen, unheiligen "HI. Stuhl", der mit Intrigen und Winkelzügen Männer in ihr purpurnes Amt erhebt, die Frauenhasser und Judenfeinde sind und seit der Botschaft von Fatima die Kommunisten immer noch als die Erzfeinde des Christentums bezeichnen; der Bischöfe und Kardinäle nicht "nach der Entscheidung der Menge" (Apg. 1, 15-26) wählt, sondern gegen den Willen des Volkes nach dem Vorteil klerikaler Multis.

Dies und mancherlei Heuchelei habe ich im Schatten des Papstpalastes von Avignon, unserem provenzalischen Haus, gelernt zu ertragen, ohne an der Gemeinde Christi irre zu werden. Ich nehme Partei und ermutige die zahlreichen JugendIichen unserer Gespräche, daß wir nicht gegen diesen Papst, sondern trotz dieses Papstes dieser Kirche die Treue halten.

Es schüttelt einen schon durcheinander, wenn man vor mehr als 30 Jahren ohne Absolution einen Beichtstuhl verließ, weil man - vor der Geburt des siebten Kindes - nicht das Versprechen abgab, ein achtes Kind zu zeugen, oder die von der Kirche heute noch geforderte Enthaltsamkeit zu üben.

Mich hat diese Verhinderungskirche nicht verunsichert. Wie in mein eigenes Gesicht schaue ich in tausende Antlitze und frage mich nach wochenlangen Aufenthalten in der katholischen Bretagne, weshalb die Menschen so unerlöst schauen; weshalb die viel ärmlicheren Moslems in Tunesien Gesichter voller Hoffnung und Freude haben, während man uns hier aufforderte, für die "Heiden" zu beten, die ungetauft nie zur Anschauung Gottes kämen.

Gott ist kein Hirarch, sondern die Liebe: er ist nicht Christ, Moslem, Jude oder Buddhist. Die Einhaltung der Postulate "Armut, Keuschheit und Gehorsam" - ich habe die Ablegung der "Gelübde" immer wieder erlebt - machten und machen aus guten Männern und Frauen Neurotiker, die krank an dieser Kirche sind.

Am meisten schmerzt mich, daß unsere Kinder in dieser reformatorischen Phase keine wirklich evangelische Alternative finden, da doch das Positive überwiegt.

Päpste kommen und gehen, und am Ende eines jeden Lebens wird jeder Mensch danach bemessen, wieviel Gutes er anderen getan oder wieviel er unterlassen hat.






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